Ihre Website hat Besucher, aber zu wenige passende Anfragen? Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Angebot, Vertrauen, Formulare und Messung gezielt verbessern.
Ihre Website wird besucht, aber im Posteingang kommt wenig an? Bevor Sie mehr Geld in Werbung investieren, lohnt sich ein Blick auf den Weg zur Anfrage. Verstehen Interessenten Ihr Angebot? Finden sie die Informationen, die sie für eine Entscheidung brauchen? Und funktioniert der Kontakt auf dem Smartphone?
Conversion-Optimierung verbessert diesen Weg Schritt für Schritt. Dieser Leitfaden richtet sich an Dienstleister und KMU in Österreich, die über ihre Website passende Anfragen gewinnen möchten. Sie erfahren, welche Zahlen helfen, wo Sie zuerst ansetzen und wie Sie auch mit wenig Traffic sinnvoll vorgehen.
Was ist Conversion-Optimierung?
Eine Conversion ist eine gewünschte Handlung auf Ihrer Website, etwa eine abgeschickte Projektanfrage, eine Terminbuchung oder ein Kauf. Conversion-Rate-Optimierung, kurz CRO, soll den Anteil der Besuche erhöhen, bei denen diese Handlung stattfindet.
Für eine Unternehmenswebsite reicht es deshalb nicht, beliebige Klicks zu steigern. Ein Klick auf eine Telefonnummer zeigt Interesse, beweist aber noch kein geführtes Gespräch. Ein abgeschicktes Formular ist eine Anfrage, aber noch kein Auftrag. Legen Sie fest, welche Handlung Sie verbessern möchten und woran Sie eine passende Anfrage erkennen.
SEO und Conversion-Optimierung greifen ineinander: Suchmaschinenoptimierung hilft, mit relevanten Inhalten gefunden zu werden. CRO hilft den Menschen, die bereits auf der Seite sind, eine Entscheidung zu treffen. Fehlen passende Besucher, muss auch die Sichtbarkeit geprüft werden. Bleiben passende Besucher ohne Anfrage, untersuchen Sie Angebot, Vertrauen und Kontaktweg.
Die Conversion-Rate berechnen und richtig vergleichen
Für einen Vergleich auf Sitzungsebene können Sie diese Formel verwenden:
Anfrage-Conversion-Rate = Sitzungen mit mindestens einer erfolgreich abgeschickten Anfrage ÷ alle betrachteten Sitzungen × 100.
Ein rein rechnerisches Beispiel: Bei 1.000 Sitzungen und 20 Sitzungen mit einer Anfrage liegt die Rate bei 2 Prozent. Entstehen bei gleich vielen Sitzungen 30 Sitzungen mit einer Anfrage, sind es 3 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um einen Prozentpunkt beziehungsweise 50 Prozent relativ. Diese Zahlen sind ein Rechenbeispiel und kein Ergebnisversprechen.
Zählen Sie jede Sitzung mit einer Anfrage für diese Formel einmal. Wer stattdessen einzelne Anfragen durch Sitzungen teilt, berechnet eine andere Kennzahl. Auch Besucher, Sitzungen und Seitenaufrufe sind unterschiedliche Größen. Wählen Sie eine Definition und behalten Sie sie bei.
Google Analytics 4 verwendet für den Anteil der Sitzungen mit einem Schlüsselereignis die sitzungsbezogene Schlüsselereignisrate. Google Ads berechnet seine Conversion-Rate dagegen anhand von Anzeigeninteraktionen. Die Werte sind deshalb nicht automatisch direkt vergleichbar. Die Definitionen finden Sie bei Google Analytics und in der Google-Ads-Hilfe zur Conversion-Rate.
Bewerten Sie zusätzlich die Qualität: Wie viele Anfragen passen zu Ihrer Leistung, Ihrer Region und dem Projektumfang? Wie viele führen zu einem Gespräch oder Auftrag? Eine höhere Formularquote hilft wenig, wenn sie überwiegend unpassende Kontakte bringt.
7 Schritte für eine Website, die Anfragen erleichtert
1. Den Engpass zwischen Besuch und Anfrage finden
Beginnen Sie mit der wichtigsten Leistungsseite oder der Einstiegsseite Ihrer Kampagne. Prüfen Sie den Weg vom ersten Aufruf bis zum Eingang der Anfrage. Gibt es wenige passende Besuche, kaum Klicks zum Kontakt, viele begonnene Formulare oder einen technischen Fehler beim Absenden?
Für eine erste Übersicht reichen diese Fragen:
- Über welche Quellen kommen Menschen auf die Seite?
- Welche Leistung suchen sie und auf welcher Seite landen sie?
- Wie viele erreichen den Kontaktweg und schließen ihn erfolgreich ab?
- Kommen die Anfragen tatsächlich im Unternehmen an?
Betrachten Sie Smartphone und Desktop getrennt. Dokumentieren Sie auch Änderungen an Kampagnen: Wenn sich die Besucherquelle ändert, kann sich die Anfragequote verändern, ohne dass die Website besser oder schlechter geworden ist.
2. Das Angebot im ersten Bildschirm verständlich machen
Eine neue Besucherin sollte schnell erkennen, was Sie anbieten, für wen die Leistung gedacht ist und welcher nächste Schritt möglich ist. Eine Überschrift wie „Qualität aus Leidenschaft“ liefert dafür wenig Orientierung.
Ein erfundenes Beispiel für einen regionalen Betrieb: „Fenster tauschen in Braunau und Umgebung“ benennt Leistung und Einsatzgebiet. Darunter können Sie erklären, ob Beratung, Aufmaß und Montage zum Angebot gehören. Verwenden Sie solche Angaben nur, wenn sie tatsächlich zutreffen.
Prüfen Sie ebenso die Verbindung zur Anzeige oder Suchanfrage. Wer nach einer bestimmten Leistung sucht, sollte direkt bei dieser Leistung landen. Eine allgemeine Startseite, auf der man das Angebot erst zusammensuchen muss, schafft einen zusätzlichen Umweg.
3. Entscheidungsfragen auf der Leistungsseite beantworten
Viele Interessenten möchten vor einer Kontaktaufnahme wissen, ob ein Unternehmen grundsätzlich zu ihrem Vorhaben passt. Beschreiben Sie deshalb den Leistungsumfang, typische Einsatzfälle und den Ablauf der Zusammenarbeit.
- Welche Probleme lösen Sie, und welche Leistungen gehören dazu?
- Für welche Kunden oder Projekte ist das Angebot geeignet?
- Welche Angaben brauchen Sie für eine Einschätzung?
- Welche Faktoren beeinflussen Kosten und Zeitaufwand?
- Was passiert nach der ersten Anfrage?
Sie müssen keinen pauschalen Preis veröffentlichen, wenn jedes Projekt anders ist. Erklären Sie stattdessen, was ein Angebot beeinflusst. Konkrete Informationen helfen Besuchern und können unpassende Anfragen reduzieren.
4. Vertrauen dort zeigen, wo eine Entscheidung fällt
Platzieren Sie passende Referenzen, einen nachvollziehbaren Projektablauf und einen sichtbaren Ansprechpartner in der Nähe des Angebots und des Kontaktwegs. Eine Referenz ist besonders hilfreich, wenn Interessenten erkennen, welche Aufgabe gelöst wurde und was Ihre Leistung umfasste.
Verwenden Sie echte Projekte und freigegebene Kundenstimmen. Wenn ein Ergebnis nicht gemessen wurde, beschreiben Sie die Arbeit statt einer erfundenen Erfolgszahl. Für einen regionalen Dienstleister können auch das Team, das Einsatzgebiet und konkrete Projektbilder wichtige Fragen beantworten.
Orientierung für den Aufbau einer Unternehmenswebsite finden Sie auch bei unseren Leistungen für Webdesign und Development.
5. Den nächsten Schritt konkret benennen
Ein Button sollte erkennen lassen, was folgt. „Projekt anfragen“, „Beratung zur Modernisierung anfragen“ oder „Termin auswählen“ sind verständlich, wenn der anschließende Ablauf dazu passt.
Beschreiben Sie neben dem Kontaktweg kurz, welche Informationen benötigt werden und wie die Anfrage bearbeitet wird. Nennen Sie eine Antwortzeit nur, wenn Sie sie zuverlässig einhalten können. Versprechen Sie kein kostenloses Gespräch, wenn danach unerwartete Kosten entstehen.
Wiederholen Sie den wichtigsten Kontaktweg nach relevanten Informationen. Besucher sollten nach dem Lesen einer Referenz oder einer Leistungsbeschreibung nicht wieder an den Seitenanfang zurückmüssen.
6. Das Formular vollständig auf dem Smartphone prüfen
Öffnen Sie Ihre Website auf einem echten Smartphone und senden Sie eine Testanfrage. Kontrollieren Sie dabei auch den Eingang der Nachricht. Ein sichtbarer Bestätigungstext allein zeigt nicht, ob die Anfrage intern angekommen ist.
Das Formular sollte klar beschriftete Felder, erkennbare Pflichtangaben und hilfreiche Fehlermeldungen haben. Prüfen Sie, ob die Bildschirmtastatur zur Eingabe passt und ob sich alle Bedienelemente bequem erreichen lassen. Die Formular-Grundlagen von web.dev erläutern diese Gestaltungspunkte.
Fragen Sie nur Informationen ab, die Sie an diesem Punkt benötigen. Eine Telefonnummer kann sinnvoll sein, wenn Sie die Anfrage telefonisch klären. Dann erklären Sie den Grund. Bei komplexen Projekten können zusätzliche Angaben die Bearbeitung und Qualifizierung verbessern. Ein möglichst kurzes Formular ist deshalb nicht automatisch das beste Formular.
Achten Sie außerdem auf verdeckte Buttons, unlesbare Texte, störende Einblendungen und lange Ladezeiten. Reparieren Sie einen kaputten Kontaktweg, bevor Sie kleinere Designvarianten testen.
7. Eine Änderung mit einer klaren Hypothese bewerten
Formulieren Sie vor einer Anpassung, welches Problem Sie lösen möchten. Zum Beispiel: „Interessenten können den Umfang unserer Leistung nicht einschätzen. Wir ergänzen drei typische Projektfälle und prüfen, ob mehr passende Anfragen entstehen.“
Notieren Sie die Änderung, das Datum und die Kennzahl. Ein A/B-Test kann zwei Varianten gleichzeitig vergleichen, braucht aber ausreichend Daten für eine belastbare Auswertung. Bei wenig Traffic ist ein technischer Funktionstest oder ein beobachteter Nutzungstest oft der sinnvollere erste Schritt.
Bei einem Vorher-nachher-Vergleich können Saison, neue Anzeigen und unterschiedliche Besucherquellen das Ergebnis beeinflussen. Deuten Sie deshalb eine bessere Quote nicht vorschnell als Beweis für die Wirkung einer einzelnen Textänderung.
Was tun, wenn die Website wenig Traffic hat?
Wenn monatlich nur wenige Anfragen entstehen, schwanken Prozentwerte stark. Zwei statt einer Anfrage können rechnerisch eine Verdoppelung bedeuten, liefern allein aber noch keine verlässliche Aussage.
Gehen Sie zunächst den Kontaktweg durch und lassen Sie einige Personen aus Ihrer Zielgruppe eine konkrete Aufgabe lösen: „Finden Sie die passende Leistung und fragen Sie ein Angebot an.“ Beobachten Sie, wo Fragen auftauchen. Erläutern Sie die Seite währenddessen nicht; sonst verdecken Sie die Stellen, die ohne Hilfe unklar bleiben.
Verbessern Sie zuerst offensichtliche Fehler und fehlende Informationen. Sammeln Sie anschließend über einen angemessenen Zeitraum vergleichbare Daten. Dokumentieren Sie die Anzahl passender Anfragen neben der Quote. Wenn kaum relevante Besucher kommen, ergänzen Sie die Arbeit an der Website um passende Inhalte oder gezielte Kampagnen.
Checkliste: Wo sollten Sie zuerst ansetzen?
- Funktion: Lässt sich eine Anfrage absenden, und kommt sie an?
- Relevanz: Passt die Einstiegsseite zur Suchanfrage oder Anzeige?
- Klarheit: Sind Leistung, Zielgruppe und Einsatzgebiet verständlich?
- Entscheidung: Werden Umfang, Ablauf und wichtige Kostenfaktoren erklärt?
- Vertrauen: Gibt es passende Referenzen und einen Ansprechpartner?
- Kontakt: Ist der nächste Schritt auf dem Smartphone einfach erreichbar?
- Messung: Unterscheiden Sie Klicks, abgeschickte Anfragen und passende Kontakte?
Diese Reihenfolge hilft, mit der größten konkreten Hürde zu beginnen. Sie müssen dafür nicht sofort die gesamte Website neu gestalten.
Häufige Fragen zur Conversion-Optimierung
Was ist eine gute Conversion-Rate für eine Unternehmenswebsite?
Es gibt keinen pauschalen Zielwert für alle Websites. Die Quote hängt unter anderem vom Angebot, der Besucherquelle und der gemessenen Handlung ab. Vergleichen Sie Ihre Entwicklung bei gleicher Messdefinition und achten Sie auf die Qualität der Anfragen.
Brauche ich eine neue Website?
Nicht zwingend. Verständlichere Leistungsseiten, ein verlässlicher Kontaktweg oder bessere mobile Bedienbarkeit können sich auch auf einer bestehenden Website umsetzen lassen. Ein Relaunch ist zu prüfen, wenn Struktur oder Technik notwendige Verbesserungen dauerhaft erschweren.
Was kostet Conversion-Optimierung?
Der Aufwand hängt davon ab, ob Sie eine einzelne Seite prüfen, die Messung einrichten, Inhalte überarbeiten oder technische Änderungen umsetzen lassen. Ein vergleichbares Angebot sollte Analyse, konkrete Maßnahmen, Umsetzung und Auswertung getrennt benennen. Ein fixes Budget lässt sich erst nach dem Umfang sinnvoll festlegen.
Wie schnell sehe ich Ergebnisse?
Ein behobener Formularfehler lässt sich sofort technisch überprüfen. Ob eine neue Überschrift mehr passende Anfragen bringt, zeigt sich erst mit ausreichend vergleichbaren Besuchen und Anfragen. Eine feste Erfolgsfrist wäre ohne diese Daten nicht seriös.
Ist mehr Traffic oder eine bessere Conversion-Rate wichtiger?
Das hängt vom Engpass ab. Eine klare Website braucht passende Besucher; passende Besucher brauchen einen überzeugenden Weg zur Anfrage. Prüfen Sie beides, bevor Sie Ihr Werbebudget erhöhen.
Den Weg zur Anfrage gezielt verbessern
Beginnen Sie mit einer wichtigen Leistungsseite und ihrem Kontaktweg. Prüfen Sie, welche Informationen fehlen und welche Hürde eine Anfrage verhindert. So wird aus einer allgemeinen Idee zur Website-Optimierung eine konkrete Aufgabe.
Weitblick Studio verbindet Webdesign und Online Marketing für Unternehmen in Oberösterreich und darüber hinaus. Wenn Sie Ihre Website weiterentwickeln möchten, senden Sie uns die Adresse Ihrer Website, die wichtigste Leistung und Ihr Ziel über unser Formular für Projektanfragen. Damit können wir Ihren Bedarf einordnen und die nächsten Schritte besprechen.